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Discographie

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Die vier Stadtpatrozinien von Maastricht (2011)

Die vier Stadtpatrozinien von Maastricht
CD: Die vier Stadtpatrozinien von Maastricht

Schola Maastricht unter der Leitung von Hans Heykers
Orchester "Musica Eyckensis" unter der Leitung von Jeroen Beckers

Das Projekt "Die vier Stadtpatrozinien von Maastricht" ist ein kulturelles Projekt, in dem sich die Aspekte historisches Erbe, regionale Geschichte, Religion und Musik bündeln. Es besteht aus einer CD-Aufnahme (Februar 2011) und einem öffentlichen Konzert mit gregorianischem Choral aus der Region (Juni 2011 in der Liebfrauenbasilika zu Maastricht und im Rahmen der Heiligtumsfahrt 2011). Es ist für eine Öffentlichkeit bestimmt, die sich für Musik, Geschichte, Religion und Kultur interessiert. Das Repertoire der CD wurde bereits 2010 in drei Konzerten zur Aufführung gebracht, und zwar in Ravenstein (Niederländisches Gregorianik-Festival), Maastricht (Festival Musica Sacra) und Wahlwiller (Kunsttage Wittem), siehe dazu die Angaben in unserem Konzertarchiv.

Das hier zu dokumentierende Repertoire ruht auf drei Säulen:

  • Es wird bestimmt durch die jahrhundertealten lokalen Traditionen rund um die Stadtpatrozinien von Maastricht, nämlich Maria, Petrus, Amandus, Servatius und das heilige Kreuz.
  • Es verbinden sich alte Traditionen mit der aktuellen Bedeutung, welche die Gregorianik in der Komposition "Welle of Mercy" von 2010 einnimmt. Geschrieben hat sie Anthony Fiumara für zwei Solisten, Schola und Streichorchester. Der niederländische Komponist Anthony Fiumara lässt sich durch die jahrhundertealte Gregorianik inspirieren und verschmilzt in seiner Komposition alte Melodien und moderne kompositorische Elemente. Sein Werk stützt sich auf die vier bekannten Marianischen Antiphonen. Die Besetzung verlangt zwei Solisten, Streichorchester und eine Gregorianik-Schola.
  • Der künstlerische Begleiter der Schola Maastricht, Dr. Alfons Kurris, feierte in 2010 sein goldenes Priesterjubiläum. Kurris ist der Gründer der Schola, und eine große Anzahl der Sänger sind seine ehemaligen Schüler gewesen am Konservatorium in Maastricht. In diesem Projekt wird sowohl sein langjähriger Einsatz für die Gregorianik als auch seine Verbundenheit mit Maastricht als Pastor der Liebfrauenbasilika gewürdigt in einer einzigartigen Dokumentation der ältesten Gregorianik der Stadt Maastricht und ihrer Patrone.

Sie können in diese CD hineinhören über den concertzender.nl.

Liturgische Spiele in der Euregio (2005)

Liturgische Spielen in der Euregio
CD: Liturgische Spielen in der Euregio

Schola Maastricht unter der Leitung von Hans Heykers

Auf dieser CD präsentiert die Schola Maastricht zwei liturgische Spiele aus dem Spätmittelalter in Konzertform. Es sind sechszehn gestaltete Evangelientexte, die die Kernbotschaft vom jeweiligen kirchlichen Hochfest ausmachen. Für das Volk, welches kein Latein verstand, hatten solche liturgischen Spiele eine besondere Anziehungskraft. Klicken Sie auf die Abbildung, um den vollständigen Inhalt der CD einsehen zu können.

A. Das Maastrichter Osterspiel

Dieses Spiel wurde am ersten Ostertag in der Liebfrauenbasilika jährlich aufgeführt. Es wurde entdeckt von Jos Smits van Waesberghe in der Königlichen Bibliothek von Den Haag. Das Spiel wird auf dieser CD durch einige Höhepunkte aus der Osterliturgie umrahmt.

B. Das Herodesspiel von Munsterbilzen

Nicht weit von Maastricht liegt Munsterbilzen. Hier hat ein anderes kirchliches Fest die Erweiterung der Liturgie inspiriert: Weihnachten. Auffallend ist hier die große Bedeutung, die der Person des Herodes zukommt. Das Spiel handelt von dem Zug der drei Weisen zur Krippe, die zuvor bei Herodes Station machten. Dem Schrifttext wurden zahlreiche dramatische Elemente zugefügt. Auch hier finden sich auf der CD zusätzlich einige freie Gesangsstücke aus der Liturgie vom Dreikönigstag (Epiphanie).

Hören Sie hier einige Klangbeispiele:

Heilige aus der Euregio (Lambertus, Karl der Große und Servatius) (2000)

Heilige aus der Euregio (Lambertus, Karl der Große und Servatius)
CD: Heilige aus der Euregio
(Lambertus, Karl der Große und Servatius)

Schola Maastricht unter der Leitung von Hans Leenders (2000; nachgepresst 2011)

Diese CD der Schola Maastricht mit gregorianischen Gesängen aus der eigenen Region mit dem Titel "Heilige aus der Euregio" enthält 16 gregorianische Gesänge (Responsoria, Antiphonen und Hymnen), geschrieben und komponiert für die liturgischen Festtage der Ortsheiligen Lambertus (Lüttich), Kaiser Karl der Große (Aachen) und Servatius (Maastricht). Das Booklet der CD enthält die vollständigen Texte der Gesänge in niederländischer, französischer und deutscher Übersetzung. Diese Gesänge sind niemals zuvor auf CD erschienen. Klicken Sie auf die Abbildung, um den vollständigen Inhalt der CD einsehen zu können.

Auf dieser CD erklingt die älteste Musik aus dem "Land ohne Grenzen" Maastricht- Lüttich- Aachen. Die Gesänge zu Ehren von Lambertus und Servatius stammen aus dem 10. Jahrhundert, diejenigen zu Ehren Karls des Großen aus dem 13. Jahrhundert.

Aus dem Stundengebet für Lambertus wurden vier Responsorien ausgewählt, die für das ganze Offizium exemplarisch sind. Der Text dieser Gesänge ist poetisch, wir haben es zu tun mit einem von den frühen Vorbildern eines Reimoffiziums. Interessant ist die melodische Erweiterung bei den Textwiederholungen: Diese ausgedehnte Coda erweckt den Eindruck einer Improvisation, die den Sängern erlaubt war. Der Teil, der Servatius gewidmet ist, beginnt mit einer Sequenz, in der das Leben des Heiligen berichtet wird. Danach folgt ein Reigen von sechs Antiphonen, die einen Teil der Laudes am Fest des heiligen Servatius ausmachen. Der Stil der Gesänge über Karl den Großen unterscheidet sich wesentlich von dem der anderen zwei Offizien. Die Weiterentwicklung über zwei Jahrhunderte an Musikkultur hinweg ist selbst aus dem Abstand von heute aus zu vernehmen. Das Reimoffizium ist fortan Allgemeingut geworden. Breite musikalische Linien und ungewöhnliche Sprünge verleihen den knappen Texten eine lyrische Tiefendimension.

Hören Sie hier einige Klangbeispiele:

Mittelalterliche Vesper von St. Servatius in Maastricht (Leider vergriffen) (1996)

Mittelalterliche Vesper von St. Servatius in Maastricht
CD: Mittelalterliche Vesper von St. Servatius in Maastricht

Schola Maastricht unter der Leitung von Fons Kurris. Klicken Sie auf die Abbildung, um den vollständigen Inhalt der CD einsehen zu können.

In der französischen Zeit nach 1794 sind Archive und Bibliothek der St. Servatiuskirche zum großen Teil vernichtet worden. Die erhalten gebliebenen Teile des Archivs befinden sich heute im Reichsarchiv in der Provinz Limburg, Maastricht. Glücklicherweise wurden doch einige liturgische Handschriften der St. Servatiusbasilika gerettet. Diese sind über allerlei unglaubliche Umwege zu uns gekommen und machen eine Erforschung der mittelalterlichen Liturgie von St. Servatius erst möglich. Es stellte sich als möglich heraus, die erste Vesper vom Hochfest St. Servatius (13. Mai) vollständig zu rekonstruieren, d.h. nicht allein den Ablauf der Feier und die Texte wieder zu gewinnen (was mittels liturgiehistorischer Untersuchung wenig Probleme bereitet), sondern auch die musikalische Notation von allen Elementen der ersten Vesper, die sich fast alle in spätmittelalterlichen Handschriften befinden. Es erwies sich also als möglich, die Servatiusvesper auch zu singen.

Auch wenn das Servatius-Offizium im zehnten Jahrhundert zusammengestellt wurde, die fünf Psalmantiphonen der ersten Vesper sind möglicherweise noch älter. Mithilfe von musikwissenschaftlicher Analyse kann man nämlich aufgrund von stilistischen Merkmalen diverser Abschnitte eine ziemlich sichere Datierung wagen: Die fünf Antiphonen bilden ein Ganzes und sind im Stil der Propria der allerältesten Heiligenfeste komponiert, wie diejenigen von St. Martinus und St. Laurentius (wahrscheinlich waren sie ursprünglich für die Laudes vorgesehen). Ein Datum zwischen 830 und 950 ist darum nicht unwahrscheinlich: eher etwas früher als etwas später in dieser Periode. Die drei Responsorien (eines davon in der Vesper gesungen und zwei als Prozessionsgesänge ausgelegt) sind hingegen in einem für das Ende des zehnten Jahrhunderts als modern geltenden Stil komponiert. Für diese Stücke ist aufgrund der literarischen Quellen ein Datum zwischen 950 und 1000 sicherlich richtig. Die Antiphon zum Magnifikat "A progenie" wird allerdings in Handschriften aus dem deutschen Sprachraum mehrfach für verschiedene Heiligen gebraucht; ist sie für Servatius komponiert worden oder für einen anderen Heiligen? Auf jeden Fall muss sie aus ungefähr derselben Zeit stammen wie die Responsorien. Der Hymnus "Audi precantis" ist Eigengut für St. Servatius, auch aus dem zehnten Jahrhundert. Die Antiphon "Christus resurgens", die das Paschamysterium erinnert, taucht allgemein in den Handschriften in ganz Europa auf und datiert aus dem neunten Jahrhundert.

Die Vesper vom Hochfest St. Servatius ist folglich ausdrücklich für dieses Fest zusammengestellt worden, und sie ist etwas ganz Besonderes, weil sie die älteste erhaltene Musik aus unserer Region verkörpert.

Hören Sie hier einige Klangbeispiele: